Gewinner Diakonie Journalistenpreis 2016

Diakonie zeichnet sozialpolitische Berichterstattung aus

Stuttgart/Karlsruhe, 4. Juli 2016. Die Gewinner des Diakonie Journalistenpreises 2016 stehen fest. Erstmals verleihen die beiden Diakonischen Werke Baden und Württemberg einen Preis für die Kategorie Online und einen Sonderpreis zum Thema Flüchtlingsarbeit. Darüber hinaus gibt es wieder Preise für die Bereiche Print, Fernsehen und Hörfunk (kurz/lang).

Joachim Auch und Esther Saoub vom SWR-Fernsehen werden ausgezeichnet für ihre Reportage „Samias Rettung – Neue Heimat Deutschland“. Sie schildert das Schicksal einer Jesidin aus dem Irak. Die Minderjährige war in Gefangenschaft des IS geraten, wurde freigekauft und kam dann über ein baden-württembergisches Rettungsprogramm nach Deutschland. Joachim Auch und Esther Saoub zeichnen mit hohem journalistischem Aufwand und außerordentlichem Feingefühl eine Biografie, die exemplarisch für viele Schicksale in den vom IS kontrollierten Regionen steht.

Sandra Müller und Katharina Thoms von SWR 2 erhalten die Auszeichnung für ihre Hörfunkreportage „Meßstetten – Tausende Asylsuchende als Nachbarn“. Handwerklich brillant schildern sie die Stimmungslage in dem kleinen Ort auf der schwäbischen Alb. Im Laufe der Reportage kippt die Stimmungslage von anfänglicher Willkommenskultur über Ablehnung und Kritik bis hin zu Akzeptanz. Die Autorinnen werden ausgezeichnet für ihre ausgewogene Erzählweise und gute Interviewtechnik.

Der Preis für den Hörfunk-Kurzbeitrag geht an Katharina Jansen von SWR 3. Mit einer ganzen Serie von Kurzbeiträgen zum Themenschwerpunkt „Seelenschatten“ gibt sie einen konzentrierten Überblick zum Thema Depression. Trotz sehr hoher Informationsdichte schafft es Katharina Jansen, ein ernstes Thema durchaus unterhaltsam für ein eher am Mainstream orientiertes Sendeformat umzusetzen.

Ausgezeichnet wurde auch die Zeitungsreportage „Ein Glückskind“ der Stuttgarter Zeitung. Autorin Julia Bayer beschreibt in ihr das Schicksal eines Mannes, dessen Haut bei einem Flugzeugabsturz zu 85 Prozent verbrannte. Sie beschreibt, wie der Mann sich sein Leben wieder in die Hand nimmt und nun seinerseits Brandopfern und ihren Angehörigen zur Seite steht.

Den Preis Online-Publikation erhält Marion Dilg von SWR-Online für ihre crossmediale Webdoku „Terror von Rechts“ zum gleichnamigen Film von Thomas Reutter. Dieser geht der Frage nach, wie Deutschland gegen den Rechtsterrorismus vorgeht. Mit zahlreichen kurzen Texten, Grafiken, Videos und Audios gibt sie Informationen zur Entwicklung rechtsextrem motivierter Gewalt gegen Flüchtlinge und Migranten in Deutschland. Dabei gelingt es Marion Dilg, die multimedialen Möglichkeiten des Netzes zu nutzen und miteinander zu verbinden.

Der Sonderpreis „Flüchtlingsarbeit“ geht an Nadja Odeh. Für das Magazin Chrismon und den SWR Hörfunk hat sie das ehrenamtliche Engagement von Privatpersonen in den Mittelpunkt ihrer Reportagen gestellt. Unter den Titeln „Aber wie wartet man gelassen?“ (Chrismon), „Die Unerträglichkeit des Wartens“ und „Die zweite Odyssee“ (SWR 2) beschreibt sie, an welche Grenzen Flüchtlinge bei den deutschen Behörden stoßen und wie Ehrenamtliche Gefahr laufen, sich im Einsatz für andere aufzureiben. Nadja Odeh gelingt es, dasselbe Thema gleichermaßen vielschichtig für die beiden unterschiedlichen Medien aufzuarbeiten. Das erschien der Jury besonders preiswürdig.

Die Jury des Diakonie Journalistenpreises besteht aus Redakteuren von Zeitung, Funk und Fernsehen, Wissenschaftlern sowie Vertretern der Diakonie. 140 Beiträge wurden in diesem Jahr eingereicht. Die Verleihung findet am 16. November 2016 in Karlsruhe statt. Es werden Preisgelder von insgesamt 13.500 Euro vergeben. Der Preis wird auch 2017 wieder ausgeschrieben.