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Diakonie Journalistenpreis 2026: Gewinnerinnen und Gewinner stehen fest

Die Diakonie in Baden-Württemberg hat zum 24. Mal ihren Journalistenpreis ausgeschrieben. Die Jury wählte aus 143 Einsendungen die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger aus.

Die Auszeichnung in der Kategorie Text geht an Alfonso Pantisano für seinen Beitrag „Das Leid italienischer Gastarbeiter-Kinder“, veröffentlicht im Tagesspiegel. Aus eigener Betroffenheit schildert er die Folgen für Familien, wenn Eltern für eine begrenzte Zeit in Deutschland arbeiten wollten und dafür ihre Kinder zu Großeltern oder in ein Internat gaben. „Der Autor schafft es, das Schicksal seiner eigenen Familie packend nachzuzeichnen, aufzuklären und zu sensibilisieren“, urteilt die Jury.

In der Kategorie Audio wurde der Beitrag von Patrick Batarilo „Die letzte Zeit. Vom Umgang mit dem Sterben“, gesendet auf SWR Kultur, ausgezeichnet. Die Jury überzeugte der individuelle Zugang des Autors, der hier nicht störend wirke, sondern unmittelbar in den Beitrag hineinziehe. Besonders hervorgehoben wird, wie sich das journalistische Erzählen mit persönlichen Erfahrungen verbindet und dem Thema eine besondere Dringlichkeit verleiht, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Gelobt werden zudem die herausragende Audio-Qualität sowie die handwerklich sehr gute Umsetzung. Auch die musikalische Untermalung sei thematisch stimmig eingebunden und unterstütze die Wirkung des Beitrags in besonderer Weise.

Den Preis für die Kategorie Audio/Kurzbeitrag bekommt Susanne Babila für ihren Radio-Beitrag „25 Jahre Babyklappe: ,Ich wurde als Baby noch vor einer Haustür abgelegt.‘“ Den im Deutschlandfunk gesendeten Beitrag bewertet die Jury als „journalistisch stark“. Die Thematik von Kindern, die kurz nach der Geburt anonym weggegeben wurden, werde im Gespräch mit einem betroffenen jungen Mann einfühlsam und mit bemerkenswerten O-Tönen gezeigt. Außerdem werde die Relevanz von Babyklappen in guter Weise verdeutlicht.

Die Auszeichnung in der Kategorie Video geht an den SWR-Beitrag „Geflüchtet und was dann? 10 Jahre ,Wir schaffen das‘“ von Kai Diezemann und Thomas Schneider. Die Jury würdigte den differenzierten und ehrlichen Blick auf ein gesellschaftlich stark aufgeladenes Thema. Am Beispiel Schwäbisch Gmünd zeige der Film anschaulich sowohl die großen Leistungen als auch die Grenzen kommunaler Aufnahmebereitschaft. Besonders hervorgehoben wird der Anspruch des Beitrags, unterschiedlichen Positionen und Perspektiven gerecht zu werden. Handwerklich sei der Film zudem sehr gut umgesetzt.

In der Kategorie Video/Kurzbeitrag entschied sich die Jury für den Beitrag von Ute Koboldt „Behindertenschule in Heilbronn schlägt Alarm“. Der Film, der im SWR-Fernsehen lief, zeige mit eindrücklich bildhaften Szenen die widrigen Folgen der Raumnot in einer Schule mit besonderen Bedarfen. „Der Beitrag lässt Eltern, Kinder, Schulleitung und die Bürgermeisterin zu Wort kommen und führt den Skandal vor Augen, aber auch die Wichtigkeit einer solchen Einrichtung“, sagt die Jury.

Der Diakonie Journalistenpreis Baden-Württemberg wird am 22. Juli 2026 in Stuttgart verliehen, die Preisgelder belaufen sich in diesem Jahr auf insgesamt 9.500 Euro. Der Preis wird auch 2027 ausgelobt.