Diese Seite ist eine Kooperation zwischen dem Diakonischen Werk Baden und Württemberg

Zum Jubiläum aufs Theaterschiff

Diakonie Journalistenpreis zum 20. Mal verliehen

Mit einem Fest auf dem Theaterschiff hat die Diakonie Baden-Württemberg zum 20. Mal ihren Journalistenpreis verliehen.

Mit Programm unter Deck und Gesprächen beim Imbiss auf dem Deck des Schiffs wurde der besondere Anlass am lauen Sommerabend gebührend gefeiert. In seinem Impulsvortrag sprach Medienberater Bert Helbig von der Demokratisierung, der Deprofessionalisierung und der Menge an Inhalten im Journalismus. „Jeder kann etwas öffentlich verzapfen – und tut es auch.“ Die Medien müssten sich am „Kampf um Aufmerksamkeit“ bteiligen, ohne ihre Werte zu verraten. Es brauche Mut zu neuen Wegen, Mehrwert und eine Orientierung zu den Inhalten. Emotionalität, Meinung und Haltung seien gefragt, um den Zusammenhalt der Gesellschaft zu stärken. Auch müsse man die vielen „Bubbles“ gleichgesinnter Menschen im Netz beachten. In einer Gesprächsrunde diskutierten die Vorstandsvorsitzenden Dr. Annette Noller, und Urs Keller sowie Rüdiger Mertz, SWR, und Matthias Schmidt, Stuttgarter Zeitung, unter dem Thema „Säulen des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Zur Bedeutung von Sozialer Arbeit und Journalismus“. Sie waren sich einig darin, dass seriöse Informationen weiterhin gefragt und notwendig sind und man über die eigene Community hinaus kommunizieren muss, auch wenn man dafür Kritik einstecken müsse,

Oberkirchenrätin Dr. Annette Noller, Vorstandsvorsitzende der Diakonie Württemberg, freute sich über 1.400 Journalistinnen und Journalisten, die sich in den vergangenen 20 Jahren mit weit mehr als insgesamt 2.000 Beiträgen für den Preis beworben haben. Sie dankte der Jury und diakonischen Trägern in Baden-Württemberg als Mitstifter des Preises.

Oberkirchenrat Urs Keller, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Baden, nannte die Autorinnen und Autoren von Berichten über soziale Themen und deren Redaktionen „Fürsprecher“ für die Wohlfahrtspflege und von Menschen, die Unterstützung brauchen. 

Die Gewinner und Gewinnerinnen des diesjährigen Diakonie Journalistenpreises Baden-Württemberg bekamen Preise in den Kategorien Print, Hörfunk Kurzbeitrag, Hörfunk Langbeitrag und Fernsehen.

Mit ihrer Artikelserie „Karina und Kristina aus der Ukraine“ hat Dr. Pia Eckstein vom Zeitungsverlag Waiblingen den Preis in der Kategorie Print gewonnen. Die Autorin hat zwei aus der Ukraine geflüchtete Frauen aufgenommen und schildert in fünf Beiträgen deren Ankommen bis hin zur Vermittlung in Arbeit.

In ihrem Hörfunkbeitrag „Der Junge mit der Gitarre“ stellt Dagmar Hempel den jungen Mann Ken vor, der als Einsatzort für seinen Freiwilligendienst das Hospiz in Stuttgart gewählt hatte und mit seinem Gitarrenspiel einen guten Zugang zu den Menschen dort fand.

In der Kategorie Fernsehen hat gewonnen der Beitrag von Max Kronawitter. „Vom Bordell ins Jurastudium“ portraitiert eine Frau, die als Schülerin über das Internet in die Fänge eines Zuhälters geriet. Jahre später gelang ihr der Ausstieg. Heute informiert sie über die Gefahren der Prostitution und kämpft als Juristin auch rechtlich gegen Zuhälter.

In der Kategorie Hörfunk lang entschied sich die Jury für den Beitrag von Stefanie Meinecke. „Neuanfang! Wenn es anders kommt im Leben.“ ist eine vierteilige Serie, die im Januar 2022 auf SWR 1 lief. Zu Wort kommen Menschen, die ihr eigenes schweres Schicksal meistern, nicht dran zerbrechen sondern mit Mut das Beste aus der Situation machen.

Die Jury des Diakonie Journalistenpreis Baden-Württemberg setzt sich zusammen aus Journalistinnen und Journalisten, Medienwissenschaftlern sowie Vertreterinnen aus Kirche und Diakonie.